Die Wahl der richtigen Domain

Geschrieben am 3. Juni 2013

Die richtige Domain findenDie Wahl der Domain ist ähnlich schwierig, wie die Wahl des Firmennamens. Grundsätzlich ist hier immer zu unterscheiden, was man mit der Domain und dem Projekt geplant hat. Soll es etwas Nachhaltiges sein und einen Brand erzeugen oder ist es lediglich eine Doorwaypage oder ein Affiliateprojekt? Hierzu ein paar Anregungen bei der Wahl der richtigen Domain:

Die Wahl der Domain anhand des Projekts:

Domain für ein Unternehmen

Handelt es sich um eine Domain für einen Firmenauftritt ist die Wahl recht einfach. Der Firmenname sollte enthalten sein. Aber auch hier lässt sich noch einiges heraus holen. Nehmen wir an, es handelt sich um eine Werbeagentur. Hier liegt es nahe, das Keyword direkt mit dem Firmennamen zu verbinden. Bei bestehenden Websites macht es sicherlich keinen Sinn nachträglich seine Hauptdomain zu ändern. Wenn sich eine solche Werbeagentur aber gerade in der Namensfindung befindet, dann könnte man durch einen Zusatz in der Domain auch Namen wählen, bei denen es ohne schwierig wäre eine .de-Domain zu ergattern.
Augenweide wäre zum Beispiel ein recht ansprechender Name für eine Werbeagentur. Die Domain Augenweide.de ist sicherlich vergeben, die Domain Werbeagentur-Augenweide.de hingegen frei. Im Bezug auf SEO/Linkaufbau wäre eine solche Wahl natürlich zudem von Vorteil, da oftmals die Domainadresse als Link fungiert. Das Hauptkeyword ist dann automatisch immer berücksichtigt.

Domain für ein Brand-Projekt

Will man einen Brand erzeugen, dann muss die Domain kurz und leicht zu merken sein. Ebay, Google, bing, sind hier einige anschauliche Beispiele, die für sich sprechen. Brand-Projekte benötigen viel Zeit und Marketinggeschick. Aber die Domain anhand eines zukünftigen Brands zu konstruieren ist wohl die nachhaltigste Auswahl. Doch nicht jeder Name kann ein Brand werden. Ein kurrioser, schwer zu merkender Domainname oder aber eine unklare Schreibweise, welche allein durch das Hören nur schwer zu verstehen ist, hat es aus meiner Sicht nur wenig Aussicht auf Erfolg.

Ein reines Affiliate-Projekt mit Keyword-Domain

Hier ist die Auswahl der Domain relativ einfach. Man wählt ein Keyword bzw. eine Keywordkombination mit recht ordentlichen exakten Suchanfragen und sollten dann nur die TLD richtig wählen. DE ist sicherlich die beste Wahl aber auch .COM, .ORG, .NET haben heute Potenzial. Weil erwähnte TLD´s von Google im Augenblick (noch) einen kleinen Vertrauensbonus erhalten, wird oft von anderen TLD´s abgeraten. Verschiedene mir bekannte SEO´s haben aber auch die Erfahrung gemacht, dass .IN (Indien) oder .INFO recht erfolgreich sein können.

Themenerklärende Domain und TLD

Will man mit einer Domain direkt aussagen von was die Seite handelt, sollte man den Domainnamen entsprechend wählen. Ein Beispiel: Liest man auf einem Auto die Werbung zu einer Website www.mueller.de, fühlt man sich als potenzieller Kunde nicht angesprochen, da kein spezielles Angebot erkennbar ist. Steckt hinter der Domain beispielsweise eine Autowerkstatt, wäre es besser, die Domain www.autowerkstatt-mueller.de registrieren zu lassen und diese dann zusätzlich auf die Hauptdomain www.mueller.de weiter zu leiten. Mit themenerklärend könnte aber auch ein Inhalt gemeint sein. Eine .DE-Domain deutet zum Beispiel auf deutschen Inhalt hin. Bei einer .INFO-Domain wird erwartet Informationen zum Thema aufgeführt zu sehen. Will man also eine Informationsplattform erstellen, so sollte man die TLD .Info unbedingt in Betracht ziehen.

Umlautdomains als gute Alternative

Hier scheiden sich die Geister. Marketing Würzburg hat beides. Die Website aber liegt auf der Umlautdomain, was Vor- und Nachteile bringt. Vorteil: Die Domain wird in den Serps sauber lesbar angezeigt und nicht mit wuerzburg. Die Wertigkeit bei Google ist aus meiner Sicht ähnlich wie die ohne Umlaute. Oft sind auch noch beliebte Domains als Umlautdomain frei. Nachteil der Umlautdomains ist jedoch, dass Facebook und andere Plattformen die Umlautdomains nicht als Umlautdomains anzeigen können und leider ein unschöner Punnycode (xn--marketing-wrzburg-d3b.de) dargestellt wird. Ich denke dass sich das in den nächsten Monaten sicherlich ändern wird, weshalb in meinen Augen Umlautdomains wirklich gute Alternativen bei der Domainwahl darstellen.

Domain für 301-Weiterleitungen

Warum nicht auch ein wenig mit Weiterleitungen arbeiten? Hat man bereits eine Domain, welche leider tatsächlich schwer zu merken ist, hat man die Möglichkeit eine leicht zu merkende Domain zu registrieren und diese einfach per 301-Redirect weiter zu leiten. So etwas kann einem vorallem beim Kundengespräch per Telefon wirklich von Nutzen sein. Bevor man einen Domainnamen umständlich buchstabieren muss, kann man einfach eine längere, aber dafür leicht zu merkende Domain nutzen. Das kann einem viele Nerven und Probleme ersparen.

Nicht geizen aber auch nicht übertreiben

Domains kosten in der Regel zwischen 6,- und 12,- Euro. Wenn man sich eine Branddomain registriert, sollte man beispielsweise die wichtigen TLD-Domains gleich mit reservieren bevor ein Domaingrabber kommt und sich alle anderen Domains sichert. Zu Beginn bedenkt man sicherlich oft solche Möglichkeiten nicht. Sollte ein Unternehmen allerdings einen erfolgreichen Brand generieren, sind meist die Domaingrabber schneller am Werk als die Unternehmen selbst.
Bei Affiliate-Projekten gilt das Gleiche. Hat man eine schöne Nische gefunden, könnte man sich alle, für Affiliates relevanten, TLD-Domains registrieren. Das hätte den Vorteil, dass man evtl. länger mit seinen Projekten vor anderen Affiliates sicher ist. Oder man setzt das Affiliateprojekt gleich mehrmals um und ist sich somit immer selbst die Konkurrenz. Als Beispiel könnte man hier www.ab-in-den-urlaub.de nennen, welche sich selbst Konkurrenz aufbauen um andere Konkurrenz zu verdrängen. Allgemein aber sollte man vorsichtig mit dem Registrieren von Domains umgehen. Leicht verfällt man in eine Art Sucht und ist immer auf der Suche nach neuen guten Domains. So hat man schnell jährlich ein paar hundert Euro investiert.

Zu Domains im Allgemeinen:

Bei allen Arten von Domains gilt es grundsätzlich darauf zu achten, dass es keine Markenrechtsverletzungen gibt. Notfalls sollte man das auch mal mit einem Rechtsanwalt klären, denn im Vergleich zu einer Abmahnung ist die rechtzeitige Absicherung billig. Zum Markenrecht bei Domains werdet ihr in den nächsten Wochen sicherlich einen weiteren Artikel von mir finden.

Jedes Unternehmen und jedes Projekt ist verschieden. Leider kann man dementsprechend kein perfektes Skript für die Wahl der richtigen Domain geben. Die Frage ist immer, was man mit der Website bezwecken und wie man aus marketing-technischer Sicht nach Außen auftreten möchte.

Habt ihr andere Erfahrungen bei euren Projekten mit der Auswahl eurer Domains gemacht?

 

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